Architektur der Patientensicherheit
Künstliche Intelligenz wird gegenwärtig häufig als Lösungsstrategie für klinische Herausforderungen diskutiert. Obwohl technologische Systeme Prozesse unterstützen und Abläufe standardisieren können, bleibt insbesondere bei der Berechnung von Dosierungen und Infusionsraten ein zentrales Sicherheitsprinzip bestehen: Ergebnisse müssen durch den Anwender auf ihre Plausibilität überprüfbar bleiben. Medikationsfehler resultieren selten ausschließlich aus Wissensdefiziten. Häufig entstehen sie im Kontext kognitiver Überlastung, hoher Arbeitsdichte und eines unkritischen Vertrauens in technische Assistenzsysteme (Automation Bias). Die vorliegende Analyse beleuchtet die Genese von Berechnungsfehlern, die Psychologie menschlichen Versagens und den Wert trainingsorientierter digitaler Werkzeuge zur Stärkung der Patientensicherheit.
Datenarchitektur in der Medizin – One Size Fits None
Die digitale Transformation im Krankenhaus bringt differenzierte Anforderungen an die Datenarchitektur mit sich, die nach maßgeschneiderten technologischen Antworten verlangen. Während die juristisch und medizinisch verbindliche Dokumentation (wie KIS oder ePA) als „System of Record“ kompromisslose Zuverlässigkeit und ACID-Konformität durch relationale Datenbanken erfordert, bedürfen andere Anwendungsfälle völlig anderer Strukturen. Der Artikel zeigt auf, warum es in der medizinischen Informatik keine Universallösung gibt.
Interhospitaltransfer
Die sekundäre Verlegung von Patienten ist ein kritischer Prozess, der in der Praxis häufig noch durch ineffiziente und fehleranfällige Kommunikationswege wie Telefon, Fax oder E-Mail geprägt ist. Von der initialen Übernahmeabklärung bis hin zur offiziellen Verlegungsanmeldung drohen Informationsverluste. Dieser Beitrag analysiert den Ablauf von Verlegungen und veranschaulicht, wie eine zentrale digitale Plattform durch standardisierte, einmalige Datenerfassung die Effizienz steigern und die Patientensicherheit erhöhen kann.
Eutopie
Der durchdachte Einsatz von Informationstechnologie besitzt das Potenzial, medizinische Abläufe grundlegend zu optimieren und im Versorgungsalltag wieder mehr Zeit für das menschliche Miteinander zu schaffen. Ob durch Cloud-Computing, künstliche Intelligenz oder telemedizinische Anwendungen – die theoretischen Möglichkeiten für Organisation, Dokumentation und Forschung sind enorm. Der Artikel beleuchtet aktuelle Ansatzpunkte und analysiert die Diskrepanz zwischen technologischem Potenzial und klinischer Realität.
Medizin
Was genau ist eigentlich Medizin und wie definiert sich Gesundheit? Ausgehend von der Verfassung der Weltgesundheitsorganisation beleuchtet dieser Artikel das Fundament ärztlichen Handelns. Dabei werden die essenziellen Dimensionen von Krankheit – das biomedizinisch objektivierbare Disease, das subjektiv erlebte Illness und das gesellschaftlich zugeschriebene Sickness – differenziert betrachtet. Abgerundet durch die Deklaration von Genf entsteht das Bild eines wertegeleiteten ärztlichen Selbstverständnisses.
Das Projekt
Moderne Computertechnologie wäre theoretisch imstande, klinische Prozesse erheblich zu vereinfachen und den ärztlichen Alltag aktiv zu entlasten – in der Realität verursachen bestehende IT-Systeme jedoch häufig nur zusätzliche Arbeit. Aus dieser täglichen Beobachtung heraus entstand medizin.dev. Das unabhängige Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, den Status quo an der Schnittstelle von klinischer Medizin und Informatik zu dokumentieren und das ungenutzte Potenzial digitaler Werkzeuge im Gesundheitswesen aufzuzeigen.
medizin.dev
Ein unabhängiges Projekt von Dr. med. Nikolas B. Schrader
Facharzt für Anästhesiologie | Zusatzbezeichnung Medizinische Informatik | Clinical Data Scientist